Schnellüberblick
Vergleichstabelle
Alle Angaben laut Anbieter-Websites, Stand 05.11.2026| Anbieter | Herkunft und Zertifizierung | Förderung neuer Anlagen | Vertragslaufzeit und Kündigung | Preisstruktur und Garantie | Verfügbarkeit bundesweit | Ökogas optional | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| LichtBlick | LichtBlick gibt an, den Strom bilanziell zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien in Deutschland zu beziehen, konkret aus deutschen Wind- und Solaranlagen. Der Ökostrom ist TÜV-geprüft, die Herkunftsnachweise werden gemäß Paragraf 42 EnWG im Herkunftsnachweisregister des Umweltbundesamtes entwertet. | Laut Anbieterseite unterstützt LichtBlick Aufforstungs- und Waldprojekte und gibt an, bis Anfang 2025 über 80.000 Bäume gepflanzt zu haben. Eine konkrete Fördermechanik je Kilowattstunde für neue Strom-Erzeugungsanlagen wird auf dieser Seite nicht ausgewiesen. | LichtBlick bietet mehrere Tarife mit unterschiedlichen Laufzeiten an, darunter 12 Monate, 24 Monate sowie einen dynamischen Tarif mit flexibler Bindung. | Je nach Tarif werden eine Energiepreisgarantie oder eine eingeschränkte Preisgarantie angeboten, ausgenommen sind laut Anbieter Steuern, Abgaben, Umlagen, Netzentgelte und Konzessionsabgabe. Der dynamische Tarif folgt dem Marktpreis. | LichtBlick gibt an, bundesweit verfügbar zu sein. | LichtBlick führt neben Strom auch Gas-Tarife im Angebot. | Zum Anbieter |
| Tibber | Tibber gibt an, 100 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Quellen zu beziehen, und nennt für 2024 einen Mix aus Offshore-Windparks, Wasserkraftwerken und Photovoltaik-Großanlagen. Die Herkunftsnachweise werden laut Anbieter in Deutschland über das Herkunftsnachweisregister des Umweltbundesamtes kontrolliert und einmalig entwertet. | Tibber betont nach eigenen Angaben den Einkauf aus lokalen erneuerbaren Quellen und die Verschiebung des Verbrauchs in Phasen mit viel erneuerbarer Energie über smarte Steuerung. Ein fester Förderbeitrag je Kilowattstunde für den Neubau von Anlagen wird auf den eingesehenen Seiten nicht ausgewiesen. | Der Tarif Smart Dynamic hat laut Anbieter keine Bindungszeit und kann binnen 14 Tagen beendet werden. Der Tarif Simple Fix hat eine Laufzeit von 12 Monaten und ist ab dem 13. Monat monatlich kündbar. | Smart Dynamic folgt den dynamischen Großhandelspreisen am europäischen Energiemarkt im Viertelstundentakt, es gibt hier keine Preisgarantie. Simple Fix bietet laut Anbieter einen Fixpreis mit 12-monatiger Preisgarantie. | Tibber gibt an, deutschlandweit verfügbar zu sein, die konkrete Verfügbarkeit wird über die Postleitzahl geprüft. Für den dynamischen Tarif ist ein Smart Meter erforderlich. | k. A. | Zum Anbieter |
| Mainova | Mainova gibt an, den Ökostrom aus Erneuerbare-Energien-Anlagen in Europa zu beziehen, das Portfolio umfasst nach Anbieterangaben Wind- und PV-Parks in Deutschland und Frankreich. Die Herkunft wird über beim Umweltbundesamt geführte Herkunftsnachweise belegt. Der Zusatztarif Mainova ÖkoPremium ist laut Anbieter mit dem Grüner Strom-Label zertifiziert. | Mainova gibt an, in eigene Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energie zu investieren und deren Ausbau voranzutreiben. Beim Grüner Strom-Label zertifizierten ÖkoPremium-Tarif ist ein Förderbeitrag für neue Anlagen Bestandteil des Labels. | k. A. | Mainova gibt an, alle Privatkunden ohne Aufpreis mit 100 Prozent Ökostrom zu beliefern. Zu einer konkreten Preisgarantie macht die Übersichtsseite keine eindeutige Angabe. | Mainova bietet Tarife bundesweit an und nennt neben der Heimatregion Frankfurt mehrere Städte wie Berlin, München, Leipzig und Dresden. Eine geografische Einschränkung wird auf der Seite nicht genannt. | Mainova führt mit Erdgas Balance eine TÜV-geprüfte Zusatzoption zur Förderung von Klimaprojekten im Gasbereich. | Zum Anbieter |
| swb | Der Tarif swb Strom proKlima liefert laut Anbieter 100 Prozent Ökostrom aus deutschen Wind- und Wasserkraftanlagen. Für die gelieferte Strommenge werden Herkunftsnachweise aus deutschen Wind- und Wasserkraftanlagen beim Umweltbundesamt entwertet. | k. A. | Der Vertrag läuft laut Anbieter zunächst bis zum 31.12.2027 und verlängert sich ohne Kündigung einen Monat vor Ablauf auf unbestimmte Zeit, danach ist er jederzeit mit einmonatiger Frist in Textform kündbar. | swb gibt für diesen Tarif eine befristete Preisgarantie bis zum 31.12.2027 an und sagt zu, Preissenkungen in jedem Fall weiterzugeben. | swb differenziert die Angaben nach Bremen, Bremerhaven, Stuhr, Weyhe und Thedinghausen, was auf einen regionalen Fokus statt bundesweiter Verfügbarkeit hindeutet. | Auf der eingesehenen Tarifseite wird kein Ökogas-Angebot genannt. | Zum Anbieter |
| Naturstrom | Naturstrom gibt an, 100 Prozent erneuerbaren Strom aus Sonne, Wind und Wasser in Deutschland zu liefern. Der Strom ist nach Anbieterangabe seit 1999 mit dem Grüner Strom-Label zertifiziert, TÜV Nord bestätigt nach Anbieterangabe den Verzicht auf Atom- und Kohleindustrie. Unter anderem der NABU wird als Unterstützer genannt. | Naturstrom gibt an, einen festen Förderbeitrag je Kilowattstunde in Projekte der Energiewende zu investieren, und nennt eine hohe Zahl bereits errichteter Anlagen aus Wind- und Photovoltaikprojekten. | Naturstrom gibt eine monatliche Kündbarkeit des Vertrags an. | Naturstrom nennt ein transparentes Preismodell, das mehrere Kostenbestandteile zusammenfasst, und gibt eine Preisgarantie bis zum 31.12.2027 für bis Ende 2026 abgeschlossene Verträge an. | Naturstrom gibt an, bundesweit über eine Postleitzahlensuche verfügbar zu sein. | Naturstrom bietet ergänzend einen Ökogas-Tarif mit Biomethan-Anteil an. | Zum Anbieter |
Anbieter im Detail
LichtBlick
LichtBlick positioniert sich als großer Ökostrom-Anbieter mit einem fein abgestuften Tarifportfolio. Nach eigenen Angaben stammt der Strom bilanziell zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien in Deutschland, konkret aus deutschen Wind- und Solaranlagen, und ist TÜV-geprüft. Die Herkunftsnachweise werden im Register des Umweltbundesamtes entwertet. Wer sich bindet, kann zwischen Laufzeiten von 12 und 24 Monaten wählen, wer flexibel bleiben möchte, findet einen dynamischen Tarif. Beim Engagement verweist LichtBlick vor allem auf Aufforstungsprojekte, eine feste Fördermechanik je Kilowattstunde für neue Strom-Anlagen wird auf der Produktseite nicht in dieser Form genannt. Das Angebot ist bundesweit erhältlich, zusätzlich stehen Gas-Tarife bereit.
Für wen geeignet: Für Haushalte, die bundesweit zwischen festen Laufzeittarifen und einem dynamischen Modell wählen möchten und Wert auf deutsche Erzeugung legen.
Fazit: Unsere Einschätzung: LichtBlick deckt mit seinem breiten Tariffeld viele Bedarfe ab und belegt die Herkunft transparent über das Umweltbundesamt.
Tibber
Tibber ist ein stark digital geprägter Anbieter, der sein Angebot über eine App steuert. Herzstück ist der Tarif Smart Dynamic, dessen Preis an die Großhandelspreise am europäischen Energiemarkt gekoppelt ist und sich im Viertelstundentakt ändert. Wer lieber Planbarkeit möchte, kann den Tarif Simple Fix mit 12-monatiger Preisgarantie wählen. Beim Strom gibt Tibber 100 Prozent erneuerbare Herkunft an und weist für 2024 einen Mix aus Offshore-Wind, Wasserkraft und Photovoltaik aus, kontrolliert über das Herkunftsnachweisregister des Umweltbundesamtes. Der dynamische Tarif setzt ein Smart Meter voraus und bietet keine Preisgarantie. Ein Ökogas-Angebot ließ sich auf den eingesehenen Seiten nicht belegen.
Für wen geeignet: Für technikaffine Haushalte mit Smart Meter, Wärmepumpe, Batteriespeicher oder E-Auto, die ihren Verbrauch gezielt in günstige Phasen verschieben möchten.
Fazit: Unsere Einschätzung: Tibber richtet sich an Menschen, die aktiv steuern und mit schwankenden Preisen umgehen können, wer Planungssicherheit sucht, greift eher zum Fixtarif.
Mainova
Mainova ist ein großer Regionalversorger mit Wurzeln in Frankfurt, der sein Ökostrom-Angebot bundesweit anbietet. Nach eigenen Angaben werden alle Privatkunden ohne Aufpreis mit 100 Prozent Ökostrom beliefert, der aus Erneuerbare-Energien-Anlagen in Europa stammt, konkret aus Wind- und PV-Parks in Deutschland und Frankreich. Die Herkunft wird über Herkunftsnachweise des Umweltbundesamtes belegt. Wer ein anerkanntes Qualitätssiegel möchte, findet im Zusatztarif Mainova ÖkoPremium eine Zertifizierung durch das Grüner Strom-Label, das einen Förderbeitrag für neue Anlagen beinhaltet. Im Gasbereich bietet Mainova mit Erdgas Balance eine TÜV-geprüfte Zusatzoption. Zu Laufzeiten und einer konkreten Preisgarantie macht die Übersichtsseite nur eingeschränkte Angaben.
Für wen geeignet: Für Haushalte, die einem etablierten Stadtwerk-nahen Versorger vertrauen und über den Zusatztarif ÖkoPremium ein anerkanntes Label wünschen.
Fazit: Unsere Einschätzung: Mainova bietet Ökostrom in der Fläche, wer gezielt Förderung und Label möchte, sollte den ÖkoPremium-Tarif prüfen.
swb
swb ist das Stadtwerk aus Bremen und richtet sein Angebot stark auf die eigene Region aus. Der Tarif swb Strom proKlima liefert nach Anbieterangabe 100 Prozent Ökostrom aus deutschen Wind- und Wasserkraftanlagen, die Herkunftsnachweise werden beim Umweltbundesamt entwertet. Beim Preis gibt swb eine befristete Preisgarantie bis Ende 2027 an und sagt zu, Preissenkungen weiterzugeben. Die Laufzeit reicht zunächst bis Ende 2027, danach ist der Vertrag monatlich kündbar. Die Angaben zur Verfügbarkeit sind nach Orten wie Bremen, Bremerhaven, Stuhr, Weyhe und Thedinghausen gegliedert, was auf einen regionalen Fokus hindeutet. Eine feste Förderung neuer Anlagen sowie ein Ökogas-Angebot sind auf der eingesehenen Tarifseite nicht ausgewiesen.
Für wen geeignet: Für Haushalte in Bremen und Umgebung, die einen regionalen Versorger mit deutscher Stromerzeugung und befristeter Preisgarantie bevorzugen.
Fazit: Unsere Einschätzung: swb punktet mit klarer deutscher Herkunft und einer Preisgarantie, ist aber vor allem regional ausgerichtet.
Naturstrom
Naturstrom gehört zu den spezialisierten Ökostrom-Anbietern der ersten Stunde und stellt die Förderung der Energiewende in den Mittelpunkt. Nach eigenen Angaben liefert der Anbieter 100 Prozent erneuerbaren Strom aus Sonne, Wind und Wasser in Deutschland, zertifiziert seit 1999 durch das Grüner Strom-Label und geprüft durch TÜV Nord auf den Verzicht auf Atom- und Kohlestrom. Entscheidend ist der feste Förderbeitrag je Kilowattstunde, mit dem Naturstrom nach eigener Darstellung den Bau neuer Anlagen finanziert. Der Vertrag ist monatlich kündbar, eine Preisgarantie bis Ende 2027 wird für bis Ende 2026 abgeschlossene Verträge genannt. Das Angebot ist bundesweit erhältlich, ergänzend gibt es ein Ökogas mit Biomethan-Anteil.
Für wen geeignet: Für Haushalte, denen echte Förderung neuer Anlagen, ein anerkanntes Label und maximale Flexibilität bei der Kündigung besonders wichtig sind.
Fazit: Unsere Einschätzung: Naturstrom verbindet strenge Zertifizierung mit einem konkreten Förderbeitrag und ist damit für überzeugte Ökostrom-Kunden eine klare Option.
Ökostrom verstehen: Was wirklich dahintersteckt
Ökostrom ist in Deutschland längst Standard, fast jeder Anbieter hat einen grünen Tarif im Programm. Doch der Begriff ist nicht geschützt, und die Qualität der Angebote unterscheidet sich erheblich. Zwischen einem Tarif, der lediglich Herkunftsnachweise aus bestehenden Wasserkraftwerken einkauft, und einem Anbieter, der mit jeder verbrauchten Kilowattstunde den Bau neuer Wind- und Solaranlagen finanziert, liegt ein großer Unterschied. Wenn Sie bewusst wechseln möchten, lohnt es sich, hinter das Etikett zu schauen. In diesem Ratgeber erklären wir Ihnen die wichtigsten Begriffe, zeigen, worauf Sie achten sollten, und geben Ihnen eine Checkliste für den Wechsel an die Hand.
Woher kommt Ökostrom wirklich?
Physikalisch lässt sich Strom im Netz nicht trennen. Sobald Strom ins Netz eingespeist wird, vermischt er sich mit dem Strom aus allen anderen Quellen. Aus der Steckdose kommt also immer derselbe Mix, ganz gleich welchen Tarif Sie gewählt haben. Entscheidend ist deshalb die bilanzielle Betrachtung: Ihr Anbieter verpflichtet sich, für die von Ihnen verbrauchte Menge eine entsprechende Menge erneuerbaren Strom zu beschaffen und nachzuweisen. Genau hier kommen die Herkunftsnachweise ins Spiel.
Wenn Sie lesen, dass ein Anbieter 100 Prozent Ökostrom liefert, heißt das, dass er rechnerisch für Ihren gesamten Verbrauch erneuerbare Erzeugung belegt. Ob dieser Strom aus Deutschland oder aus dem europäischen Ausland stammt, ob aus Wind, Wasser oder Sonne, variiert von Anbieter zu Anbieter. Mehrere der hier betrachteten Anbieter betonen deutsche Wind- und Wasserkraft, andere beziehen Strom aus europäischen Anlagen in Deutschland und Frankreich. Wer Wert auf regionale Erzeugung legt, sollte diese Angaben genau lesen.
Herkunftsnachweise: das entscheidende Dokument
Ein Herkunftsnachweis ist ein digitales Dokument, das belegt, dass genau eine Megawattstunde Strom aus einer erneuerbaren Quelle erzeugt und ins Netz eingespeist wurde. In Deutschland führt das Umweltbundesamt dafür ein eigenes Register. Damit kein Strom doppelt als grün verkauft wird, kann jeder Herkunftsnachweis nur einmal verwendet und muss anschließend entwertet werden. Dieses System sorgt für Nachvollziehbarkeit und ist die Grundlage jedes seriösen Ökostrom-Angebots.
Der Haken liegt im Detail. Herkunftsnachweise lassen sich auch getrennt vom physischen Strom handeln. Ein Anbieter könnte also günstigen Graustrom beziehen und ihn mit zugekauften Nachweisen aus alten, längst abgeschriebenen Wasserkraftwerken zu Ökostrom erklären, ohne dass dadurch eine einzige neue Anlage entsteht. Rein rechtlich ist das zulässig, für die Energiewende bringt es jedoch wenig. Achten Sie deshalb darauf, ob ein Anbieter zusätzlich echte Förderung leistet.
Labels und Zertifikate richtig einordnen
Labels helfen Ihnen, die Spreu vom Weizen zu trennen. Besonders anspruchsvoll sind in Deutschland zwei Siegel. Das Grüner Strom-Label der Umweltverbände und das ok-power-Label verlangen beide, dass Anbieter in den Ausbau neuer erneuerbarer Anlagen investieren. Ein Tarif mit einem dieser Siegel sorgt also nachweislich dafür, dass zusätzliche grüne Erzeugungskapazität entsteht. In diesem Vergleich tragen Naturstrom durchgehend und der Mainova-Tarif ÖkoPremium das Grüner Strom-Label.
Daneben gibt es TÜV-Zertifikate. Diese prüfen je nach Programm die Herkunft des Stroms, den Anteil erneuerbarer Energien oder den Verzicht auf Atom- und Kohlestrom. TÜV-Siegel sind ein gutes Zeichen für geprüfte Herkunft, verlangen aber nicht in jedem Fall eine Förderung des Neubaus. Lesen Sie daher genau, was ein Siegel konkret bescheinigt. Die folgende Übersicht hilft Ihnen bei der Einordnung.
- Grüner Strom-Label: anspruchsvolles Label der Umweltverbände, verlangt Förderung neuer Anlagen.
- ok-power: ebenfalls anspruchsvolles Label mit Zubaukriterium für neue Erzeugung.
- TÜV-Zertifikate: prüfen Herkunft und den Verzicht auf Atom- und Kohlestrom, nicht immer mit Förderpflicht.
- Herkunftsnachweise des Umweltbundesamtes: belegen die bilanzielle Herkunft, sind Grundvoraussetzung, aber kein Qualitätsbeweis für Zubau.
Förderung neuer Anlagen als Qualitätsmerkmal
Wenn Ihnen der Beitrag zur Energiewende wichtig ist, sollte die Förderung neuer Anlagen ein zentrales Kriterium sein. Einige Anbieter investieren einen festen Betrag je Kilowattstunde in neue Wind- oder Solarprojekte. Naturstrom etwa weist einen solchen Förderbeitrag aus und nennt eine große Zahl bereits errichteter Anlagen. Andere Anbieter investieren über eigene Beteiligungen in den Anlagenbau oder unterstützen Klima- und Aufforstungsprojekte. Diese Ansätze sind nicht gleichwertig, denn nur der direkte Zubau erneuerbarer Erzeugung erhöht den Anteil grüner Energie im Netz.
Fragen Sie sich daher, was Ihnen wichtiger ist. Geht es Ihnen in erster Linie um einen sauberen bilanziellen Nachweis und einen günstigen Tarif, reicht ein solides Ökostrom-Angebot mit Herkunftsnachweisen. Möchten Sie aktiv zum Ausbau beitragen, sind Tarife mit anerkanntem Label und ausgewiesenem Förderbeitrag die bessere Wahl.
Vertragslaufzeit, Preisstruktur und Flexibilität
Neben der Herkunft entscheiden die Vertragsbedingungen über Ihre Zufriedenheit. Klassische Tarife binden Sie für 12 oder 24 Monate und bieten dafür häufig eine Preisgarantie über einen Teil der Kosten. Beachten Sie, dass sich solche Garantien in der Regel nur auf den Energieanteil beziehen, während Steuern, Abgaben, Umlagen und Netzentgelte davon ausgenommen sein können. Spezialisierte Anbieter wie Naturstrom werben mit monatlicher Kündbarkeit und geben Ihnen damit maximale Flexibilität.
Eine eigene Kategorie bilden dynamische Tarife. Bei Tibber Smart Dynamic folgt der Preis den Großhandelspreisen am Energiemarkt und ändert sich im Viertelstundentakt. Das kann sich lohnen, wenn Sie Ihren Verbrauch gezielt in günstige Phasen legen, setzt aber ein Smart Meter und die Bereitschaft voraus, sich mit schwankenden Preisen zu beschäftigen. Eine Preisgarantie gibt es hier nicht. Wer Planungssicherheit sucht, ist mit einem Fixtarif besser beraten, wer flexibel steuern kann und möchte, findet im dynamischen Modell Chancen.
Verfügbarkeit und Anbietertypen
Nicht jeder Tarif ist überall wählbar. Bundesweite Anbieter wie LichtBlick, Tibber, Mainova und Naturstrom liefern nach eigenen Angaben deutschlandweit, die Prüfung erfolgt über Ihre Postleitzahl. Stadtwerke wie swb konzentrieren sich dagegen häufig auf ihre Heimatregion. Das ist kein Nachteil, im Gegenteil kann ein regionaler Versorger mit kurzen Wegen und lokaler Erzeugung punkten, es schränkt aber den Kreis der möglichen Kunden ein. Prüfen Sie daher immer zuerst, ob ein Tarif an Ihrem Wohnort überhaupt angeboten wird.
Regionale und bundesweite Anbieter im Vergleich
Bei der Wahl Ihres Tarifs begegnen Ihnen grob zwei Anbietertypen. Auf der einen Seite stehen überregionale Spezialisten und digitale Anbieter, die ihre Tarife deutschlandweit anbieten und ihre Prozesse stark standardisiert haben. LichtBlick, Tibber und Naturstrom gehören zu dieser Gruppe. Sie überzeugen häufig mit schlanker Online-Abwicklung, einer breiten Tarifauswahl und klar kommunizierten Nachhaltigkeitsansätzen. Auf der anderen Seite stehen Stadtwerke und Regionalversorger wie swb oder Mainova, die aus einer konkreten Region heraus gewachsen sind. Mainova bietet seine Tarife zwar bundesweit an, hat aber seine Wurzeln in Frankfurt, während swb seinen Schwerpunkt klar auf Bremen und Umgebung legt.
Beide Modelle haben ihre Berechtigung. Ein regionaler Versorger kennt die örtlichen Gegebenheiten, betreibt teils eigene Anlagen in der Nähe und bietet oft persönlichen Service vor Ort. Überregionale Anbieter punkten dafür mit Reichweite, Flexibilität und spezialisierten Produkten wie dynamischen Tarifen. Für Ihre Entscheidung ist weniger der Typ als die konkrete Leistung wichtig. Fragen Sie sich, ob Ihnen Nähe und lokaler Bezug wichtiger sind oder ob Sie den bestmöglichen passenden Tarif ohne Rücksicht auf den Sitz des Anbieters suchen. Prüfen Sie in jedem Fall über Ihre Postleitzahl, welche der hier vorgestellten Tarife an Ihrem Wohnort verfügbar sind.
Häufige Stolperfallen beim Ökostrom-Tarif
Beim Vergleich lohnt es sich, einige typische Stolperfallen zu kennen. Ein verbreiteter Punkt sind Preisgarantien, die nur einen Teil der Kosten abdecken. Wird Ihnen eine Garantie zugesagt, prüfen Sie genau, ob sich diese nur auf den reinen Energieanteil bezieht oder auch Netzentgelte, Steuern, Abgaben und Umlagen einschließt. In der Praxis sind staatlich veranlasste Bestandteile fast immer ausgenommen, was bei Änderungen dieser Posten trotz Garantie zu Preisanpassungen führen kann.
Ein weiterer Punkt betrifft die automatische Vertragsverlängerung. Viele Laufzeittarife verlängern sich nach der Erstlaufzeit, wenn Sie nicht rechtzeitig kündigen. Seit der Reform des Verbrauchervertragsrechts verlängern sich Verträge in der Regel nur noch auf unbestimmte Zeit mit monatlicher Kündigungsmöglichkeit, dennoch sollten Sie die genauen Fristen kennen. Notieren Sie sich am besten direkt bei Abschluss, bis wann Sie spätestens aktiv werden müssen, wenn Sie wechseln möchten.
Achten Sie außerdem auf Boni und Rabatte, die im ersten Jahr locken, aber im Folgejahr entfallen. Solche Einmaleffekte sagen wenig über den langfristigen Preis aus. Bei dynamischen Tarifen wiederum sollten Sie realistisch einschätzen, ob Sie Ihren Verbrauch tatsächlich flexibel steuern können. Wer den Großteil seines Stroms zu festen Tageszeiten benötigt und nicht verschieben kann, profitiert von schwankenden Börsenpreisen möglicherweise weniger als erhofft. Ehrlichkeit gegenüber dem eigenen Verbrauchsverhalten hilft Ihnen, den passenden Tarif zu finden.
Checkliste: So finden Sie den passenden Ökostrom-Tarif
Bevor Sie sich entscheiden, gehen Sie die folgenden Punkte durch. Sie helfen Ihnen, Angebote strukturiert zu vergleichen und spätere Überraschungen zu vermeiden.
- Herkunft prüfen: Stammt der Strom aus Deutschland oder Europa, aus Wind, Wasser oder Sonne?
- Nachweise und Register: Werden Herkunftsnachweise beim Umweltbundesamt entwertet?
- Label suchen: Trägt der Tarif das Grüner Strom-Label, ok-power oder ein aussagekräftiges TÜV-Zertifikat?
- Förderung bewerten: Gibt es einen festen Förderbeitrag oder konkreten Zubau neuer Anlagen?
- Laufzeit klären: Wie lange binden Sie sich, und wie lang ist die Kündigungsfrist?
- Preisstruktur verstehen: Gibt es eine Preisgarantie, und welche Bestandteile deckt sie ab?
- Verfügbarkeit prüfen: Ist der Tarif an Ihrem Wohnort über die Postleitzahl wählbar?
- Zusatzangebote: Benötigen Sie zusätzlich Ökogas beim selben Anbieter?
- Technik beachten: Setzt ein dynamischer Tarif ein Smart Meter voraus?
Fazit für Ihre Entscheidung
Der passende Ökostrom-Tarif hängt von Ihren Prioritäten ab. Legen Sie Wert auf maximale Wirkung für die Energiewende, achten Sie auf ein anerkanntes Label und einen ausgewiesenen Förderbeitrag. Suchen Sie vor allem Flexibilität, bieten sich monatlich kündbare oder dynamische Tarife an. Möchten Sie einem regionalen Versorger die Treue halten, prüfen Sie die Angebote Ihres Stadtwerks. In jedem Fall gilt: Lesen Sie die konkreten Bedingungen auf der offiziellen Anbieterseite, geben Sie Ihre Postleitzahl ein und vergleichen Sie Herkunft, Förderung, Laufzeit und Preisstruktur in Ruhe. So treffen Sie eine Entscheidung, die sowohl zu Ihrem Haushalt als auch zu Ihren Ansprüchen passt.
Häufige Fragen
Was unterscheidet echten Ökostrom von reinem Graustrom mit Zertifikat?+
<p>Bei jedem als Ökostrom verkauften Tarif stehen Herkunftsnachweise dahinter, die beim Umweltbundesamt entwertet werden. Diese allein belegen aber nur, dass irgendwo eine entsprechende Menge erneuerbarer Strom erzeugt wurde. Echten Mehrwert für die Energiewende schaffen Anbieter, die zusätzlich in den Bau neuer Anlagen investieren, etwa über einen festen Förderbeitrag je Kilowattstunde. Achten Sie daher nicht nur auf das Wort Ökostrom, sondern auf die konkrete Förderung und auf anerkannte Labels.</p>
Welche Labels sind bei Ökostrom aussagekräftig?+
<p>Als besonders anspruchsvoll gelten in Deutschland das Grüner Strom-Label und das ok-power-Label, da sie eine Förderung neuer Anlagen voraussetzen. Daneben prüfen TÜV-Zertifikate häufig die Herkunft und den Verzicht auf Atom- und Kohlestrom. In diesem Vergleich tragen etwa Naturstrom durchgehend und der Mainova-Tarif ÖkoPremium das Grüner Strom-Label. Ein Label ersetzt jedoch nicht den Blick auf die konkreten Vertragsbedingungen.</p>
Was bedeutet ein dynamischer Stromtarif?+
<p>Ein dynamischer Tarif wie Tibber Smart Dynamic koppelt den Arbeitspreis an die Großhandelspreise am Energiemarkt, oft im Viertelstundentakt. Sie profitieren, wenn Sie Ihren Verbrauch in günstige Phasen verschieben, etwa mit Wärmepumpe, Batteriespeicher oder E-Auto. In der Regel benötigen Sie dafür ein Smart Meter. Eine Preisgarantie gibt es bei dynamischen Tarifen nicht, dafür bieten sie hohe Transparenz und Flexibilität.</p>
Wie flexibel sind Vertragslaufzeit und Kündigung?+
<p>Das hängt stark vom Tarif ab. Spezialisierte Anbieter wie Naturstrom werben mit monatlicher Kündbarkeit, während klassische Laufzeittarife 12 oder 24 Monate binden. Dynamische Tarife lassen sich häufig sehr kurzfristig beenden. Prüfen Sie vor Abschluss die genaue Erstlaufzeit, die automatische Verlängerung und die Kündigungsfrist, die in der Regel in Textform einzuhalten ist.</p>
Ist Ökostrom bundesweit verfügbar?+
<p>Viele Anbieter wie LichtBlick, Tibber, Mainova und Naturstrom geben an, bundesweit zu liefern, die Prüfung erfolgt meist über Ihre Postleitzahl. Stadtwerke wie swb richten sich dagegen oft an ihre Heimatregion, im Fall von swb vor allem Bremen und Umgebung. Geben Sie daher immer zuerst Ihre Postleitzahl ein, um zu sehen, welche Tarife für Sie wählbar sind.</p>
Kann ich Ökostrom und Ökogas beim selben Anbieter beziehen?+
<p>Einige Anbieter bündeln Strom und Gas. LichtBlick führt Gas-Tarife, Naturstrom bietet ein Ökogas mit Biomethan-Anteil, und Mainova hat mit Erdgas Balance eine klimabezogene Zusatzoption. Bei Tibber und dem eingesehenen swb-Tarif war auf den offiziellen Seiten kein Ökogas-Angebot erkennbar. Ein Kombibezug kann die Verwaltung vereinfachen, ersetzt aber nicht den Vergleich der jeweiligen Konditionen.</p>
Wie wechsle ich den Ökostrom-Anbieter?+
<p>Der Wechsel läuft meist unkompliziert online. Sie geben Ihre Postleitzahl, Ihren ungefähren Jahresverbrauch und Ihre Zählernummer an, den Rest übernimmt in der Regel der neue Anbieter inklusive Kündigung beim bisherigen Versorger. Ihre Stromversorgung bleibt dabei lückenlos, da sie technisch über dasselbe Netz läuft. Achten Sie auf laufende Verträge und mögliche Kündigungsfristen, bevor Sie wechseln.</p>
So vergleichen wir
Für diesen redaktionellen Vergleich haben wir ausschließlich öffentlich zugängliche Informationen von den offiziellen Websites der fünf Anbieter LichtBlick, Tibber, Mainova, swb und Naturstrom ausgewertet, abgerufen am 5. November 2026. Berücksichtigt wurden die sechs Kriterien Herkunft und Zertifizierung, Förderung neuer Anlagen, Vertragslaufzeit und Kündigung, Preisstruktur und Garantie, bundesweite Verfügbarkeit sowie ein optionales Ökogas-Angebot. Wir geben keine Rangfolge vor und nennen keine Preise, sondern stellen die Strukturen gegenüber. Angaben, die sich auf den eingesehenen Seiten nicht belegen ließen, sind mit k. A. gekennzeichnet. Die Konditionen können sich ändern, maßgeblich sind stets die aktuellen Angaben der Anbieter.
- https://www.lichtblick.de/oekostrom/ (abgerufen 05.11.2026)
- https://tibber.com/de (abgerufen 05.11.2026)
- https://tibber.com/de/magazine/power-hacks/okostrom-zertifikate (abgerufen 05.11.2026)
- https://tibber.com/de/nachhaltigkeit (abgerufen 05.11.2026)
- https://tibber.com/de/strompreise (abgerufen 05.11.2026)
- https://www.mainova.de/de/oekostrom-fuer-alle-haushalte (abgerufen 05.11.2026)
- https://www.swb.de/strom/strom-proklima (abgerufen 05.11.2026)
- https://www.naturstrom.de/privatkunden/oekostrom/ (abgerufen 05.11.2026)